Chinesische Kunden16 Min. LesezeitFakten geprüft am 1. November 2026

Wie funktioniert B2B-Marketing in China für Unternehmen aus dem DACH-Raum?

Listen mit Kanälen gibt es genug. Schwieriger ist die Frage, was Sie tatsächlich einrichten können und was Sie verschicken dürfen.

Die kurze Antwort

Beginnen Sie mit einer schnellen chinesischen Website, die Einkäufer prüfen können, und ergänzen Sie dann Suche, Messen und einen chinesischsprachigen Ansprechpartner. Bei mehreren Kanälen kommt es auf Ihre Gesellschaft an, und die Quellen sind uneins, bei welchen. Unerbetene elektronische Werbung braucht nach chinesischem Recht eine Einwilligung. Aktuelle Umfragen unter Geschäftskunden sind rar, begegnen Sie selbstsicheren Aussagen also mit Vorsicht.

  1. Artikel 43 des chinesischen Werbegesetzes verbietet elektronische Werbung ohne Einwilligung, Artikel 62 sieht Bußgelder von RMB 5.000 bis 30.000 vor.
  2. Bing führte im Oktober 2026 laut StatCounter die Desktop-Suche in China mit 46,01 % an, vor Baidu mit 29,65 %.
  3. CCPIT zählte 2025 in China 4.095 Fachmessen, ein Rekord, auf 159 Millionen Quadratmetern.
  4. Veröffentlichte Marktzahlen reichen von 1,26 Billionen US-Dollar für 2023 bis 36,5 Billionen RMB in einem Bericht von 2025, und sie messen E-Commerce.
  5. Die Stellungnahmefrist zum Entwurf des chinesischen Beschaffungsgesetzes endete am 25. Juli 2026, am 1. November führte NPC Observer keine zweite Lesung auf.
Zusammenfassen mitChatGPTClaudePerplexity

Die meisten Ratgeber zu diesem Thema liefern dieselbe Liste: WeChat, Baidu, Zhihu, Messen. Nur wenige sagen, welche dieser Kanäle ein ausländisches Unternehmen aus dem Ausland einrichten kann und was Sie einem Unbekannten überhaupt schicken dürfen.

Wenn Ihr Vertrieb in Deutschland, Österreich oder der Schweiz von LinkedIn, Fachmessen und der direkten E-Mail lebt, lässt sich davon nur ein Teil auf China übertragen. Dieser Leitfaden klärt beide Fragen und sagt, wo die Belege enden. Er gehört zu unserem Leitfaden, wie Sie chinesische Kunden finden.

Was ist am B2B-Marketing in China anders?

Das Ziel kennen Sie: gefunden werden, überzeugen, ein Gespräch beginnen. Anders sind die Kanäle, die Regeln für die Ansprache und die Art, wie Menschen Kontakt aufnehmen.

  • Die Kanäle sind lokal. LinkedIn kündigte 2021 an, seinen lokalisierten Dienst in China zu schließen, und TechNode berichtete 2023, dass auch der Nachfolger InCareer für Stellenangebote eingestellt werde.15
  • Eine Gruppe entscheidet. Marketing to China trennt die Fragen von Ingenieuren (Spezifikationen) von denen der Einkaufsleiter (Preis).2 IT Consultis nennt die Zyklen „long and committee-driven“, also lang und von Gremien bestimmt.3
  • Gespräche wandern zu einer Person. Marketing to China sagt, die Beziehung entstehe auf dem persönlichen WeChat eines Vertriebsmitarbeiters, und IT Consultis stellt WeCom als Werkzeug für die Einzelbetreuung vor.23
  • Der Preis trägt selten allein. Ein deutschsprachiger Gastbeitrag von 2020 sagt, deutsche Unternehmen seien im B2B gegenüber lokalen Anbietern preislich meist nicht wettbewerbsfähig. „Made in Germany“ bleibe als Qualitätsmerkmal beliebt, reiche allein aber nicht mehr.41 Der Autor gründete die Agentur eviom, es ist also ebenfalls eine Agentursicht.
  • Die Ansprache hat Regeln. Das chinesische Recht regelt unerbetene elektronische Werbung ausdrücklich, und eine Lead-Liste kann Datenschutzfragen aufwerfen. Beides behandeln wir weiter unten.

Wie groß ist der Markt wirklich?

Eine Zahl, mit der Sie planen können, bietet niemand. Die Werte in den gelesenen Ratgebern beschreiben B2B-E-Commerce, und sie passen nicht zueinander.

QuelleWertZeitraumDatengrundlage
Daxue 4Etwa 33 Billionen RMB2022Schätzung, Quelle nicht genannt. Für 2021 wird Gonyn angegeben
HI-COM 51,26 Billionen US-Dollar2023Grand View Research
Marketing to China 2Etwa 36,5 Billionen RMBBericht von 2025Shushangyun

Bei angenommenen 7 Yuan je Dollar entspricht der Wert von HI-COM etwa 9 Billionen RMB, einem Viertel der anderen. HI-COM nennt außerdem 2,7 Billionen US-Dollar für 2025 aus einer anderen Quelle, also etwa 19 Billionen RMB.5

Jede Quelle scheint den Markt anders abzugrenzen, und keine beziffert Ihren.

Dieselbe Vorsicht gilt für Kosten und Conversion. Diese Werte finden Sie in den FAQ.

Welche Kanäle stehen Ihnen ohne chinesische Gesellschaft offen?

Mehrere, aber die Beleglage unterscheidet sich je Kanal stark. Keiner der gelesenen Ratgeber stellt das zusammen. Hier steht deshalb, was wir am 1. November 2026 bestätigen konnten und was nicht.

KanalRolle im B2BOhne chinesische GesellschaftWie belastbar?
Chinesische WebsiteHier prüfen Käufer SieJa, bei Hosting außerhalb des FestlandsBelastbar. Hosting auf dem Festland braucht eine ICP 1
Organische SucheKäufer finden Sie über den BedarfJa. Chinafy, ein Anbieter, sagt, für ein Ranking bei Baidu sei keine ICP nötig 31Mittel, Anbieterquelle. Indexierung ist nie garantiert, und die Kontoeinrichtung hat Hürden
Bezahlte NachfrageÜber eine autorisierte Agentur, nicht per Selbstbedienung 78Beim Zugang stimmen diese Quellen überein, chinaseo.de nennt aber einen weiteren Weg 40. Die Regeln für Zielseiten sind umstritten
WeChat Official AccountInhalte, KontaktLaut Ratgebern von 2026 ist ein Service Account für manche ausländischen Gesellschaften möglich 9Umstritten. SSW verlangt eine chinesische Lizenz oder ein WFOE 10
WeComEinzelbetreuungUnklarEine Agentur sagt, ausländische Unterlagen würden akzeptiert 34, ihr WeCom-Ratgeber nennt aber Anmeldewege, keine Berechtigung 11
MessenTreffenBei jedem Veranstalter prüfenKeine allgemeine Regel gefunden
VertriebspartnerReichweite vor OrtPer Vertrag mit einem lokalen UnternehmenSicht einer Agentur. Kann Ihren Blick auf die Endkunden einschränken 3
1688Großhandel im InlandZuerst bei 1688 prüfenEin Einkaufsratgeber sagt, Firmenkonten seien für chinesische Lieferanten gedacht 16
MaimaiBerufliches NetzwerkNicht geprüftDie Nutzerzahlen von HI-COM haben weder Datum noch Quelle 5
LinkedInKontakte in ZentralenMöglich, aber kein chinesischer KanalMarketing to China berichtet von sehr begrenzter Reichweite, ohne Daten 2

Bevor Sie Budget für WeChat einplanen, fragen Sie WeChat selbst, welche Unterlagen für Ihr Land gelten, ob Deutschland, Österreich oder die Schweiz. Unser WeChat-Leitfaden verfolgt den Streit um Berechtigung und Versandlimits. Ein Ratgeber von 2024 nennt für Service Accounts höchstens 4 Versendungen im Monat,12 Quellen von 2026 sind sich aber uneins. Prüfen Sie also Ihr eigenes Konto.

Für die bezahlte Suche vergleicht unsere Seite Baidu SEO oder Baidu Ads beide Wege. Auf Deutsch beschreibt chinaseo.de zusätzlich einen Antrag mit internationaler Geschäftslizenz über Baidus Vertretung in Hongkong, undatiert und ohne Quelle.40 Fragen Sie danach, bevor Sie sich auf einen Weg festlegen.

Die Schweizer Agentur W4 schreibt ebenfalls, auf Baidu könnten auch Unternehmen ohne legale Präsenz in China werben, und nennt Glücksspiel, Medizin, Auktionen und Pharma als ausgeschlossen.42 Die Seite ist undatiert, nennt keine Quelle und verkauft selbst die Kontoeinrichtung. Eine Liste von Baidu haben wir nicht gelesen. Wenn Sie aus einem dieser Bereiche kommen, klären Sie das also zuerst.

Für B2B bleibt Xiaohongshu unbewiesen, wie unser Xiaohongshu-Leitfaden erklärt.

An welchen Käufer verkaufen Sie?

Ihr erster Schritt hängt vom Käufer ab. Diese Einteilung ist unsere Überlegung, keine Umfrage, und die meisten Unternehmen werden sich in ein oder zwei Zeilen wiederfinden.

KäuferWie der Kontakt meist beginntIhr erster Schritt
Ausländische Tochtergesellschaft in ChinaBeziehung zu Ihrer ZentraleBestehende globale Kunden um eine Vorstellung bitten
Private chinesische FirmaSuche, Empfehlung, MesseEine chinesische Website mit Belegen und Kontaktweg
Vertriebspartner oder HändlerMesse, direkte AnsprachePartnerunterlagen auf Chinesisch mit klaren Gebietsregeln
Staatlich finanzierter KäuferVeröffentlichte BekanntmachungBekanntmachungen beobachten und Rat vor Ort einholen

Für einen Maschinenbauer oder Zulieferer aus dem deutschsprachigen Raum kann die erste Zeile am nächsten liegen, wenn bereits globale Kunden mit Werken in China bestehen. Das ist ebenfalls unsere Überlegung.

Messen sind der klarste Offline-Weg. Der chinesische Handelsförderungsrat CCPIT zählte 2025 in China 4.095 Fachmessen auf 159 Millionen Quadratmetern, in beiden Fällen ein Rekord.13

Die Importmesse CIIE ist für den 5. bis 10. November 2026 in Shanghai angesetzt.14

Marketing to China sagt, auf einer Messe treffe der Käufer heute den Anbieter, den er online schon gefunden habe.2 Daxue sagt, manche Käufer bevorzugten weiterhin Messen und Konferenzen.4

Keine der beiden Quellen nennt Daten. Fahren Sie also mit einer konkreten Terminliste hin, nicht in der Hoffnung auf Laufkundschaft.

Drei praktische Wege, wie Kammern und Förderstellen sie beschreiben:

  • Gemeinschaftsstand. Die AHK Greater China bewirbt Messestände über deutsche Pavillons für deutsche Aussteller, und als große Messen des Jahres 2025 nennt sie CIIE, CIIF und China Wind Power.35 Ob auch österreichische oder Schweizer Unternehmen dort buchen können, sagt die Seite nicht. Für die Schweiz nennt S-GE einen von Swissmem organisierten Swiss Pavilion an der Werkzeugmaschinenmesse CIMT vom 19. bis 24. April 2027, mit erwarteten rund 40 Schweizer Unternehmen.49 In Bayern nannte Bayern International 2024 Förderung und organisatorische Hilfe bei bayerischen Gemeinschaftsständen.44
  • Muster und Exponate. Laut WKO akzeptiert China für Ausstellungs- und Messewaren, Berufsausrüstung und Muster ein Carnet ATA.37
  • Partnersuche. Die AHK nennt für ihre Suche im Schnitt etwa 4 bis 6 Wochen für 3 mögliche Partner und sieht dabei in das lokale Handelsregister ein. Gesonderte Background Checks empfiehlt sie besonders bei erstmaligen Geschäftskontakten und warnt vor weiterhin auftretenden Betrugsfällen.36 Das beschreibt ihr eigenes Angebot, das sich an deutsche Unternehmen richtet. Schweizer und liechtensteinische KMU erhalten laut EDA über S-GE Zugang zum Swiss Business Hub China, der unter anderem Geschäftspartner sucht und bei der Messepräsenz unterstützt.48

Auf Agenturseiten kommt die Verbindung von Messe und Digitalem hinzu. W4 bietet „massgeschneiderte WeChat-QR-Codes zur sofortigen Lead-Generierung“ für den Messeauftritt an.43 Das ist ein Angebot, keine Messung, und es setzt ein WeChat-Konto voraus, dessen Berechtigung Sie erst prüfen müssen.

Wie funktioniert der Verkauf an staatlich finanzierte Käufer?

Sie antworten auf eine veröffentlichte Bekanntmachung. Marketing hilft, bekannt zu werden, das Verfahren folgt aber formalen Regeln, und kein gelesener B2B-Ratgeber behandelt sie.

  • Zwei Gesetze gelten. Das Government Procurement Law (Beschaffungsgesetz) erfasst Einkäufe von Behörden, das Tendering and Bidding Law (Ausschreibungsgesetz) bestimmte Bau- und öffentliche Vorhaben.22
  • Auch Ausrüstung kann darunterfallen. Artikel 3 des Ausschreibungsgesetzes erstreckt sich auf wichtige Ausrüstung und Materialien für erfasste Projekte, auch staatlich finanzierte.19
  • Bekanntmachungen sind öffentlich. Pflichtausschreibungen erscheinen auf der China Tendering and Bidding Public Service Platform oder einer Provinzplattform und sind kostenlos einsehbar.20
  • Staatliche Einkäufe haben eine eigene Website. Das China Government Procurement Network ist das vom Finanzministerium benannte Veröffentlichungsorgan.21

Der Leitfaden 2025 des US Commercial Service sagt, China sei dem WTO-Abkommen über das öffentliche Beschaffungswesen nicht beigetreten, und staatliche Käufer seien grundsätzlich angewiesen, inländische Produkte zu kaufen, mit Ausnahmen.22

Seit dem 1. Januar 2026 gewährt eine Mitteilung des Staatsrats inländischen Waren zudem einen Preisabzug von 20 % bei der Angebotswertung, wenn sie mit nicht inländischen Waren konkurrieren.32 Laut Mitteilung erhalten Unternehmen in ausländischem Besitz für qualifizierte Produkte dieselbe Bevorzugung. Es kommt hier also darauf an, wo die Ware hergestellt wird.32

Die WKO beschreibt die Regel als Preisbewertungsvorteil für Produkte, die als „Made in China“ gelten, setzt dafür unter anderem eine wesentliche Verarbeitung in China voraus und erwartet weitere Standards in einer Übergangsphase von drei bis fünf Jahren.45 Österreichische Unternehmen verweist sie an das AußenwirtschaftsCenter Peking.45

Der Kreis der Käufer ist weiter, als das Wort „Behörde“ vermuten lässt. Rödl & Partner schrieb 2024, also vor dieser Mitteilung, auch Schulen, Universitäten, Forschungseinrichtungen und Krankenhäuser könnten betroffen sein, wenn sie aus öffentlichen Mitteln beschaffen. Staatseigene Unternehmen fielen zwar nicht unmittelbar unter das Beschaffungsgesetz, viele verlangten aber vorrangig einheimische Waren und Dienstleistungen, und bei Maschinen und Ausrüstung spiele die Herkunft dort eine herausragende Rolle.46

Ausländisch investierte Unternehmen in China könnten sich laut derselben Quelle grundsätzlich beteiligen, wenn ihre Produkte als einheimisch gelten.46 Das sagt nichts über einen Bieter ohne chinesische Gesellschaft.

Die Stellungnahmefrist zum Beschaffungsentwurf endete am 25. Juli, und NPC Observer führte bei unserer Prüfung am 1. November keine zweite Lesung auf.24 Lesen Sie den aktuellen Text, und fragen Sie einen Berater vor Ort, ob Sie bieten dürfen.

Kostenloser Check

Ist Ihre Website auf Baidu sichtbar?

Geben Sie Ihre Website ein. Wir prüfen Baidu, die Erreichbarkeit aus China und den Aufbau Ihrer Website und senden Ihnen den Bericht per E-Mail.

Dürfen Sie chinesischen Unternehmen Kaltakquise-Mails schicken?

Seien Sie vorsichtig. Artikel 43 des Werbegesetzes besagt, dass niemand ohne Einwilligung oder Anfrage des Empfängers Werbung auf elektronischem Weg versenden darf.17 Keiner der gelesenen B2B-Ratgeber erwähnt das.

Aus dem DACH-Raum kennen Sie den Grundgedanken. § 7 UWG setzt für Werbung per E-Mail eine vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten voraus, mit einer engen Ausnahme für Bestandskunden.38 § 174 TKG 2021 verlangt für Direktwerbung per E-Mail ebenfalls eine vorherige Einwilligung, gleichfalls mit einer Ausnahme für Bestandskunden.39 In der Schweiz erlaubt Art. 3 lit. o UWG automatische Massenwerbung per E-Mail laut BAKOM nur mit ausdrücklicher Einwilligung, mit einer Ausnahme für Adressen aus einem Kauf. Ob das auch für Geschäftsadressen gilt, sagt die Seite von 2021 nicht.47

Das ist nur ein Vergleich. Über China sagt keine dieser Normen etwas.

Vier Regeln betreffen eine typische Kampagne.

RegelWas im Text stehtWas das für eine Kampagne heißt
Werbegesetz, Art. 43 17Keine elektronische Werbung ohne Einwilligung. Absender nennen, Kontakte und eine Ablehnungsmöglichkeit angebenGilt sie als Werbung, braucht sie Ihre echte Identität und eine Abmeldemöglichkeit
Werbegesetz, Art. 62 17Unterlassungsanordnung und RMB 5.000 bis 30.000 für den WerbendenDas Bußgeld ist gering, der Imageschaden womöglich nicht
E-Mail-Vorschriften von 2006 33Ausdrückliche Einwilligung und „广告“ oder „AD“ am Anfang der BetreffzeileOb der Text von 2006 noch gilt, konnten wir nicht bestätigen
PIPL, Art. 13 und 27 18Öffentliche Daten dürfen in vernünftigem Rahmen genutzt werden, sofern die Person nicht widerspricht. Nutzungen mit erheblicher Auswirkung auf die Person brauchen eine EinwilligungEine per Scraping erstellte Liste ist nicht automatisch sicher

Artikel 2 bezieht das Gesetz auf Werbetätigkeit in China.17 Wie das für einen ausländischen Absender gilt und ob eine erste Vertriebsmail an eine Arbeitsadresse als Werbung zählt, sagt der Text nicht. Ein Urteil zu beiden Fragen haben wir nicht gefunden. Holen Sie deshalb vor einer Kampagne Rat vor Ort ein.

Auch die PIPL kann Sie im Ausland erreichen. Artikel 3 erfasst Verarbeitungen außerhalb Chinas, die darauf abzielen, Menschen dort Produkte oder Dienstleistungen anzubieten.18 Unser Leitfaden zur PIPL geht darauf näher ein.

Zur Frage, ob E-Mail überhaupt funktioniert, sind die Belege alt. Daxues Zahl von 2019 stellt 1,77 Milliarden chinesische Firmen-E-Mails am Tag weltweit 246,5 Milliarden gegenüber.4

Das sind nach unserer Rechnung etwa 0,7 %, nicht die im Artikel genannten „less than 0.01%“.

Brandigo sagt, E-Mail spiele eine Rolle, aber ohne das Gewicht, das sie im Westen hat.1 Der deutschsprachige Gastbeitrag von 2020 sieht die B2B-Kommunikation in China überwiegend auf WeChat statt in der E-Mail.41 Im Artikel zur Leadgenerierung rät Brandigo außerdem davon ab, Kontaktlisten zu kaufen oder per Scraping zu sammeln.30

Was sollte ein Geschäftskunde auf Ihrer Website finden?

Belege, die er prüfen kann. Die beste Forschung, die wir gefunden haben, ist alt und klein: eine Usability-Studie der Nielsen Norman Group von 2017 zu B2B-Käufen in China. Sie ist qualitativ, beruht aber auf echter Beobachtung und nicht auf der Meinung einer Agentur.6

  • Eine klar erkennbare offizielle Website. Teilnehmende ergänzten ihre Suchen um 官网 („offizielle Website“). NN/g schlägt vor, das Wort im Titel der Startseite zu verwenden.
  • Ein Kontakt vor Ort. Sie suchten nach Geschäften oder Händlern, die sie erreichen konnten. Nähe wirkte verlässlich.
  • Echte Arbeit. Fotos tatsächlicher Projekte und Produkte machten Aussagen glaubwürdig.
  • Überprüfbare Kunden. Einige sagten, sie würden genannte frühere Kunden anrufen. Auch Logos signalisierten Erfahrung.
  • Schriftlicher Chat. 5 der 8 Teilnehmenden nutzten den Online-Chat, der etwas Schriftliches hinterlässt, auf das man sich beziehen kann.

Eine deutschsprachige Website allein dürfte das nicht leisten, auch wenn sie zu Hause gut funktioniert. Ob sie überhaupt eine Rolle spielt, klärt die Seite Indexiert Baidu Websites auf Deutsch oder Englisch?

Wenn Sie noch keine chinesischen Referenzen haben, nennen Sie, was Sie belegen können: Zertifizierungen, ausländische Kunden, Prüfberichte. Übertreiben Sie nie. Nach Artikel 4 des Werbegesetzes haftet der Werbende für die Richtigkeit.17

Artikel 2 nimmt Geschäftskunden nicht aus, und Artikel 9 verbietet Begriffe wie „最佳“ („beste“).17 Wie das eine aus dem Ausland betriebene Website erreicht, ist eine Frage für einen Berater vor Ort.

Die WKO weist zudem darauf hin, dass Prospekte und Werbematerial für die VR China bei einer bildlichen Darstellung des chinesischen Staatsgebiets Taiwan so zeigen müssen, dass die „Zugehörigkeit zum Staatsgebiet der VR China“ erkennbar oder zumindest nicht auszuschließen ist.37 Prüfen Sie also auch Standortkarten aus Ihrem Unternehmensprofil.

Prüfen Sie Ihre Texte anhand unserer Liste verbotener Werbebegriffe. Alles Weitere steht in unserem Leitfaden zum Vertrauen chinesischer Käufer.

Für Landingpages hat Marketing to China eine kurze Regel: eine Telefonnummer, ein Formular und ein Datenblatt zum Herunterladen.28 Stellen Sie sicher, dass das Formular aus China funktioniert, und planen Sie dann, wer auf Chinesisch antwortet.

Welche Rolle spielen Suche und KI?

Die Suche zählt weiterhin, ist aber nicht mehr das ganze Bild. Agenturen formulieren das vollmundig, die gemessenen Daten fallen bescheidener aus.

MessgrößeWertQuelle
Suchmaschinennutzer, Ende 2025782,06 Millionen, nach 877,82 Millionen ein Jahr zuvorCNNIC 25
Nutzer generativer KI, Ende 2025602 MillionenCNNIC 25
Baidu und Bing, alle Geräte, Oktober 202649,00 % und 21,69 %StatCounter 26
Bing und Baidu, Desktop, Oktober 202646,01 % und 29,65 %StatCounter 27

CNNIC schreibt, intelligente Suchprodukte wirkten sich auf die Nutzung klassischer Suche aus, ohne eine Zahl für die Ursache zu nennen.25 Keine dieser Daten erfasst Geschäftskunden gesondert.

Die Lücke auf dem Desktop könnte für Sie wichtig sein. Wenn Ihr Käufer am Arbeitsrechner recherchiert, verdient Bing einen Platz neben Baidu. Das ist unsere Schlussfolgerung, keine gemessene Tatsache, und Bing in China nennt die Einschränkungen.

Marketing to China sagt, Industriekäufer begännen fast immer bei Baidu, mit Begriffen wie Produkt plus 厂家 (Hersteller), 供应商 (Lieferant) oder 报价 (Angebot).28 Laut der Checkliste derselben Agentur kommt die erste Auswahlliste oft von einem KI-Assistenten. Eine klare Orientierung bietet die Agentur in dieser Frage also nicht.2

Prüfen Sie diese Muster an Ihrer eigenen Kategorie. Unser Leitfaden, wie chinesische Käufer suchen, geht weiter.

Verdict

Welcher Kanal den Kontakt auch anstößt: Ein ernsthafter Käufer hat Grund, Sie zu prüfen. Dafür braucht er eine chinesische Seite, auf der er landen kann.

In welcher Reihenfolge bauen Sie das auf?

Erst das, was Ihnen gehört, dann fremde Plattformen. Diese Reihenfolge ist unsere Einschätzung, und Ihre Branche kann sie ändern.

  1. Wählen Sie einen Käufer und ein Angebot. Nutzen Sie die Käufertabelle oben.
  2. Veröffentlichen Sie eine kleine chinesische Website. Sie zeigt Ihr Angebot, Ihre Belege und Ihren Kontaktweg. Stellen Sie sicher, dass sie aus China lädt.
  3. Arbeiten Sie an der Indexierung. Konzentrieren Sie sich auf Baidu und Bing, mit den echten Suchbegriffen der Käufer.
  4. Richten Sie einen Antwortweg ein. Legen Sie fest, wer auf Chinesisch antwortet und auf welchem Kanal.
  5. Ergänzen Sie einen bezahlten Test oder einen Offline-Test. Einen Baidu-Ads-Test über eine Agentur oder eine Messe mit vereinbarten Terminen.
  6. Ergänzen Sie WeChat, sobald Ihre Berechtigung bestätigt ist. Nutzen Sie es zur Nachbetreuung von Kontakten, denen Sie bereits bekannt sind.
  7. Protokollieren Sie jede Anfrage. Halten Sie fest, wie jeder Kontakt Sie gefunden hat, denn Google Analytics ist aus China nicht zuverlässig.
Fig. 1Reihenfolge des Aufbaus
  1. Ein Käufer und ein Angebot
  2. Chinesische Website
  3. Indexierung bei Baidu und Bing
  4. Antwortweg auf Chinesisch
  5. Ein bezahlter oder Offline-Test
  6. WeChat zur Nachbetreuung
  7. Anfragenprotokoll

Unser Leitfaden Baidu, WeChat oder Xiaohongshu: welcher Kanal zuerst? wägt die drei gegeneinander ab.

Wenn Sie noch einen Weg wählen, beginnen Sie mit So verkaufen Sie an chinesische Kunden, ohne in China zu sein. Zu lokalen Strukturen lesen Sie, wie der Eintritt in den chinesischen Markt gelingt, und für das Gesamtbild Online-Marketing in China.

Das Fazit

Wenn Sie nur eines mitnehmen, dann dies: Prüfen Sie, was Sie tatsächlich eröffnen können, bevor Sie damit planen. Geben Sie dann jedem Kanal eine überprüfbare chinesische Website als Ziel.

Behandeln Sie die Ansprache als rechtliche Frage ebenso wie als Marketingfrage, und selbstsichere Aussagen über Käufer als Meinung, bis jemand Daten veröffentlicht.

So kann Index in China helfen

Wir übersetzen Ihre Website in vereinfachtes Chinesisch, wobei ein Mensch sie prüft, arbeiten an der Indexierung bei chinesischen Suchmaschinen und schicken Ihnen monatlich einen Bericht über den chinesischen Traffic.

Wir arbeiten an der organischen Sichtbarkeit und bieten keine Rechtsberatung. Unser Angebot ansehen oder ein 30-minütiges Gespräch buchen.

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Häufige Fragen

Brauche ich einen chinesischsprachigen Vertriebsmitarbeiter?

Planen Sie irgendwann einen ein. Marketing to China argumentiert, ein Interessent wolle auf persönlichem WeChat mit einem Menschen sprechen, nicht mit einer Marke.2 Das ist die Sicht einer Agentur, ohne Daten. Auch vor einer Einstellung muss jemand schriftliche Fragen auf Chinesisch beantworten, denn eine Seite, deren Anfragen niemand beantworten kann, verschwendet den Aufwand.

Wie lange dauert ein B2B-Verkaufszyklus in China?

Eine gemessene Zahl haben wir nicht gefunden. Marketing to China spricht von Wochen, oft Monaten, IT Consultis von langen Zyklen mit Gremien.23 Beide nennen keine Daten, und die tatsächliche Dauer hängt von Ihrem Produkt und der Auftragsgröße ab. Bleiben Sie nach der ersten Anfrage in Kontakt, denn womöglich brauchen mehrere Personen Antworten.

Was kostet ein B2B-Lead in China?

Die öffentlichen Zahlen sind weich. Marketing to China schätzt nach eigener Rechnung RMB 500 bis 4.000 je qualifiziertem Lead auf Baidu und nennt ohne Quelle eine Conversion von im Schnitt unter 2 %.28 Zudem zitiert die Agentur 42 % höhere Akquisekosten von 2020 bis 2025 aus einer cnblogs-Zusammenstellung.28 Nutzen Sie das als Anhaltspunkt für Agenturangebote, nicht als Benchmark.

Kann eine Repräsentanz mein Marketing übernehmen?

Sie darf Marktforschung, Werbung und Kontaktpflege betreiben, aber keine gewinnorientierte Tätigkeit ausüben.29 Verstöße können zu Einziehung und einem Bußgeld von RMB 50.000 bis 500.000 führen, in schweren Fällen auch zum Ende der Registrierung.29 Eine Repräsentanz ist zudem eine echte Verpflichtung. Sprechen Sie deshalb mit einem Berater vor Ort, bevor Sie sich dafür entscheiden.

Entscheidet Guanxi noch über B2B-Geschäfte?

Agenturen sagen, Beziehungen seien weiter wichtig, gemessen hat das aber niemand. Marketing to China sieht die Beziehung in WeChat-Einzelchats entstehen.2 Die Teilnehmenden bei NN/g schätzten auch lokale Kontakte und frühere Kunden, die sie anrufen konnten.6 Beziehungen helfen, ersetzen aber keine Belege. Unser Leitfaden zum Vertrauen trennt Guanxi von tiefem Vertrauen.

Quellen

  1. Brandigo: B2B marketing in China (englisch)
  2. Marketing to China: Checklist for your B2B marketing in China (englisch)
  3. IT Consultis: Building a China B2B go-to-market strategy (englisch)
  4. Daxue Consulting: B2B marketing in China (englisch)
  5. HI-COM: Top B2B marketing strategies in China (englisch)
  6. Nielsen Norman Group: Counterfeit or credible? UX design for authenticity in China (englisch)
  7. AppInChina: The complete guide to Baidu search ads (englisch)
  8. Marketing to China: Baidu advertising for international companies (englisch)
  9. AppInChina: How to open a WeChat Official Account (englisch)
  10. SSW Rules: How to create a WeChat Official Account (englisch)
  11. Marketing to China: WeCom guide for foreign companies (englisch)
  12. Charlesworth Group: WeChat Official Accounts, choose the right one (englisch)
  13. Yicai: CCPIT-Bericht zur chinesischen Messewirtschaft 2025 (chinesisch)
  14. Stadtregierung Shanghai: Ankündigung der CIIE (englisch)
  15. TechNode: LinkedIn shuts China app, cuts over 700 jobs (englisch)
  16. WorldFirst: How to buy from 1688 (englisch)
  17. Werbegesetz der VR China (chinesisch)
  18. Gesetz der VR China zum Schutz personenbezogener Daten, PIPL (chinesisch)
  19. Ausschreibungsgesetz der VR China, Tendering and Bidding Law (chinesisch)
  20. NDRC-Anordnung Nr. 10: Vorschriften zur Veröffentlichung von Ausschreibungen (chinesisch)
  21. China Government Procurement Network (chinesisch)
  22. US Commercial Service: China, selling to the public sector (englisch)
  23. Caixin Global: China proposes overhaul of procurement, bidding laws to aid foreign firms (englisch)
  24. NPC Observer: Government Procurement Law (englisch)
  25. CNNIC: 57. Statistischer Bericht zur Internetentwicklung in China (chinesisch)
  26. StatCounter: Marktanteile der Suchmaschinen in China (englisch)
  27. StatCounter: Marktanteile der Desktop-Suchmaschinen in China (englisch)
  28. Marketing to China: Industrial equipment and elevator marketing in China (englisch)
  29. Verordnung über ständige Repräsentanzen ausländischer Unternehmen (chinesisch)
  30. Brandigo: Modern China B2B lead generation tactics for 2026 (englisch)
  31. Chinafy: Do you need an ICP license to rank on Baidu? (englisch)
  32. Generalbüro des Staatsrats: Mitteilung zu Standards für inländische Produkte in der öffentlichen Beschaffung, Guobanfa (2025) Nr. 34 (chinesisch)
  33. Vorschriften zu Internet-E-Mail-Diensten, Anordnung Nr. 38 (chinesisch)
  34. Marketing to China: Personal WeChat account for business (englisch)
  35. AHK Greater China: Messe-Service
  36. AHK Greater China: Geschäftspartner-Suche
  37. WKO: China: Export und Import
  38. Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (Deutschland), § 7
  39. Telekommunikationsgesetz 2021 (Österreich), § 174, Wiedergabe auf JUSLINE
  40. China SEO: Baidu PPC
  41. onlinemarketing.de: B2B Marketing in China, Gastbeitrag von Nils Horstmann, eviom
  42. W4: Baidu Marketing Services
  43. W4: Marketing in China, Strategie und Beratung
  44. Bayern International: Webinar „Erfolgreiches B2B-Marketing in China“
  45. WKO: China, neue Vergaberegelungen bei öffentlichen Ausschreibungen
  46. Rödl & Partner: Öffentliche Beschaffung in China, erfüllt Ihr Produkt die Kriterien?
  47. BAKOM: When is mass sending allowed? (englisch)
  48. EDA: Swiss Business Hub China
  49. S-GE: SWISS Pavilion an der CIMT 2027 (englisch)
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