Ihr chinesischer Kunde verlangt ein Fapiao: Was tun ohne Firma in China?
Ausstellen können Sie keines, doch daran muss das Geschäft nicht scheitern. Entscheidend ist, wer die Steuer trägt.
Die kurze Antwort
Ohne in China für die Mehrwertsteuer registrierte Einheit können Sie kein Fapiao ausstellen. Senden Sie stattdessen Ihre eigene unterschriebene Rechnung. Ihr Kunde behält in der Regel 6 % Mehrwertsteuer ein, eventuell auch Einkommensteuer. Steuerzahlungsbescheinigung, Vertrag, Zahlungsnachweis und Ihre Rechnung stützen seinen Vorsteuerabzug. Regeln Sie vertraglich, wer die Steuern trägt, und klären Sie Ihren Fall mit einer Steuerberatung.
- Laut Stripes Leitfaden vom Juli 2026 können nur in China für die Mehrwertsteuer registrierte Einheiten ein Fapiao ausstellen.
- Das chinesische Mehrwertsteuergesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2026, macht den chinesischen Käufer bei ausländischen Verkäufern zum Einbehaltungspflichtigen, mit Ausnahmen.
- Eine Bekanntmachung vom Januar 2026 erlaubt allgemeinen Steuerpflichtigen (General Taxpayers) den Vorsteuerabzug über die Steuerzahlungsbescheinigung, wenn Vertrag, Zahlungsnachweis und die Abrechnung oder Rechnung des ausländischen Verkäufers vorliegen.
- Einzelzahlungen für Dienstleistungen über 50.000 USD erfordern eine Steuermeldung des chinesischen Zahlers, und eine Meldung vor der ersten Zahlung gilt für den ganzen Vertrag.
- Wer sich nach den chinesischen Rechnungsvorschriften von 2023 (Invoice Measures) ein falsches Fapiao über mehr als 10.000 RMB ausstellen lässt, riskiert Geldbußen von 50.000 bis 500.000 RMB und unter Umständen strafrechtliche Haftung.
Ihr erster Kunde aus China will unterschreiben, und dann fragt seine Finanzabteilung nach einem Fapiao. Die meisten Ratgeber erklären, was ein Fapiao ist. Kaum einer sagt einer GmbH oder AG außerhalb Chinas, was sie jetzt tun soll.
Ein fehlendes Fapiao muss das Geschäft nicht beenden. Dieser Leitfaden gehört zu den rechtlichen Grundlagen einer Website in China. Er bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine Steuerberatung.
Was ist ein Fapiao?
Ein Fapiao ist die offizielle Steuerrechnung Chinas. Es wird über das chinesische Steuersystem ausgestellt und ist weit mehr als eine Zahlungsaufforderung. Chinesische Unternehmen belegen damit ihre Mehrwertsteuer und ihre Ausgaben.2
Seit dem 1. Dezember 2024 gilt das vollständig digitalisierte E-Fapiao landesweit, mit derselben Rechtswirkung wie die Papierform.15
Ausgestellt wird es über eine kostenlose nationale Plattform der Steuerbehörden.15 Laut dem Leitfaden von AWS China trägt jedes eine 20-stellige Nummer.16
| Spezielles Mehrwertsteuer-Fapiao | Allgemeines Mehrwertsteuer-Fapiao | |
|---|---|---|
| Wer es ausstellt | Nur allgemeine Steuerpflichtige (General Taxpayers) 2 | Allgemeine Steuerpflichtige und Kleinunternehmer (Small-Scale Taxpayers) 2 |
| Käufer kann die Mehrwertsteuer als Vorsteuer abziehen | Ja 25 | Nein 2 |
| Sprache | Chinesisch, optional mit einer Fremdsprache 1 | Ebenso 1 |
Kann ein ausländisches Unternehmen ein Fapiao ausstellen?
Nein, nicht ohne chinesische Einheit. Stripe schreibt, dass nur eine in China für die Mehrwertsteuer registrierte Einheit ein Fapiao ausstellen kann.2 Der Anbieter Invoice Data Extraction sagt dasselbe über eine Rechnung aus Hongkong, wie detailliert sie auch sei.3
Stripe ergänzt, ein ausländisches Unternehmen könne einen in seinem Namen handelnden Vertreter nutzen, erklärt diese Konstruktion aber nicht.2 Sehen Sie das erst als Weg an, wenn eine Beratung es bestätigt hat.
Ihr Kunde bittet also nicht um eine bessere Version Ihrer Rechnung. Er verlangt ein Dokument, das Ihr Unternehmen schlicht nicht ausstellen kann.
Nach den chinesischen Rechnungsvorschriften von 2023 (Invoice Measures) stellt der Zahlungsempfänger dem Zahlenden die Rechnung aus, in Sonderfällen auch umgekehrt.1
Ob Sie ohne lokale Firma überhaupt nach China verkaufen können, ist eine andere Frage. Sie beantworten wir im Beitrag Geht das auch ohne Firma in China?
Was kann Ihr Kunde stattdessen nutzen?
Ihr Kunde hat einen rechtlichen Weg, der nicht von einem Fapiao abhängt. Genau das sollten Sie seiner Finanzabteilung sagen, denn für Einkäufe aus dem Ausland gelten andere Regeln als im Inland.
| Was der Kunde braucht | Welche Belege dafür dienen | Quelle |
|---|---|---|
| Abzug der Ausgabe bei der Unternehmenseinkommensteuer | Ihre Rechnung oder ein gleichartiger Beleg, plus die zugehörigen Steuerzahlungsbelege | Bekanntmachung Nr. 28 von 2018, Art. 11 7 |
| Vorsteuerabzug auf Ihre Leistung | Die Steuerzahlungsbescheinigung mit der Mehrwertsteuer, plus schriftlicher Vertrag, Zahlungsnachweis und Ihre Abrechnung oder Rechnung | Durchführungsverordnung zum Mehrwertsteuergesetz, Art. 11 und 12 5; Bekanntmachung Nr. 13 von 2026 21 |
| Annahme eines Auslandsdokuments, wenn die Steuerbehörde es anzweifelt | Eventuell eine Bestätigung durch einen ausländischen Notar oder Wirtschaftsprüfer, dann die Genehmigung der Behörde | Invoice Measures, Art. 32 1 |
Neu ist der Mehrwertsteuerweg nicht. Die alte Verordnung ließ ihn zu,22 und die seit dem 1. Januar 2026 geltende behält ihn bei: Sie nennt die Steuerzahlungsbescheinigung als Abzugsbeleg und erfasst die darauf ausgewiesene Mehrwertsteuer für Leistungen ausländischer Verkäufer.5
Eine Bekanntmachung vom Januar 2026 regelt die Unterlagen. Ein allgemeiner Steuerpflichtiger, der über diese Bescheinigung abzieht, muss einen schriftlichen Vertrag, einen Zahlungsnachweis und die Abrechnung oder Rechnung des ausländischen Verkäufers vorhalten.21
Ihre Rechnung ist also kein Fapiao, kann aber zu den Belegen gehören, auf denen der Abzug beruht.
Das gilt nicht für jeden Kunden und jeden Einkauf. KPMG wies im Januar 2026 darauf hin, dass weitere Durchführungsregeln folgen würden,20 das letzte Wort hat also die Steuerberatung Ihres Kunden.
Welche Quellensteuer geht von Ihrer Rechnung ab?
In der Regel 6 % Mehrwertsteuer, möglicherweise auch Einkommensteuer. Um beides kümmert sich Ihr Kunde. Diesen Einbehalt nennt man auch Quellensteuer.
Das chinesische Recht macht den Käufer zum Einbehaltungspflichtigen, wenn ein ausländischer Verkäufer einen steuerbaren Umsatz in China tätigt, sofern nicht nach Vorgaben des Staatsrats ein lokaler Vertreter bestellt wurde.4
Mehrwertsteuer
Das Mehrwertsteuergesetz sieht 6 % für Dienstleistungen vor, die nicht unter die Kategorien mit anderen Sätzen fallen.4 Eine Dienstleistung gilt als in China verbraucht, wenn ein ausländischer Verkäufer sie an einen Käufer in China verkauft.5
DLA Piper nennt als Beispiel eine ausländische Beratungsfirma, die ein chinesisches Unternehmen berät, ohne je einzureisen. Diese Leistung gilt als in China verbraucht, und der Zahler behält ein.6
Es gibt eine Ausnahme: Dienstleistungen, die vor Ort im Ausland verbraucht werden. Die Beispiele von DLA Piper sind Gastronomie, Tourismus und Messen.6
Aus deutscher Sicht gilt eine sonstige Leistung an einen Unternehmer für dessen Unternehmen grundsätzlich dort als ausgeführt, wo der Empfänger sein Unternehmen betreibt.25 Was das für Ihre Rechnung bedeutet, klärt Ihre Steuerberatung, ebenso wie die Regeln in Österreich und der Schweiz.
Unternehmenseinkommensteuer
Dieser Teil ist ungeklärt, und die Quellen passen nicht zusammen.
- Das EU SME Centre sagt, Leistungen für einen Kunden in China gälten als chinesische Einkünfte, in der Regel mit 10 % besteuert.8
- Die Durchführungsverordnung zur Unternehmenseinkommensteuer verortet Dienstleistungseinkünfte dort, wo die Leistung erbracht wird, mit einem ermäßigten Satz von 10 % für bestimmte Einkünfte Gebietsfremder.9
- Ein Steuerabkommen kann das Ergebnis ändern. Horizons Corporate Advisory merkt an, dass ein niedrigerer Abkommenssatz gilt, wo es einen gibt.10
Ein Kunde kann also auch dann Einkommensteuer einbehalten, wenn Sie die Arbeit in Ihrem Heimatland erledigt haben. Fragen Sie nach dem Grund, und prüfen Sie Ihren Fall mit Ihrer Steuerberatung.
Zuschläge
Das EU SME Centre nennt weiterhin Zuschläge von 0,72 %, auf einer Seite mit Quellen aus dem Jahr 2017.8
Seit dem 1. September 2021 gehört die Mehrwertsteuer auf aus dem Ausland bezogene Leistungen nicht mehr zur Bemessungsgrundlage der städtischen Bausteuer (Urban Construction Tax), und die Bildungszuschläge wurden angeglichen.11
Einen Gesamtsatz nennen wir hier nicht, denn er hängt von Ihrer Leistung, Ihrem Land und dem für Sie geltenden Abkommen ab.
Wie viel kommt tatsächlich bei Ihnen an?
Das hängt davon ab, was Ihr Vertrag zur Steuer sagt. Das EU SME Centre rät, im Vertrag festzuhalten, dass die Zahlung netto nach Steuern erfolgt, oder den Preis vorab anzuheben.8
Harris Sliwoski warnte 2017, dass die chinesische Seite, wenn die Unterlagen dazu nichts sagen, auf die Regel zurückgreift, nach der die ausländische Partei die Steuer trägt.14
Chinas Mehrwertsteuer wird auf den Preis ohne Mehrwertsteuer berechnet.4 Dasselbe Honorar kann also zu zwei verschiedenen Ergebnissen führen.
Wechselkurs und Bankgebühren sind nicht eingerechnet. Harris Sliwoski schrieb 2017 außerdem, die Abzüge bei der Zahlung hätten je nach Bank und Region geschwankt, von 5 % bis 40 % in den Fällen, die die Kanzlei gesehen hatte.14 Testen Sie also eine erste Zahlung, bevor Sie sich auf eine Zahl verlassen.
DLA Piper betont ebenfalls, dass Einbehalts- und Meldepflichten im Vertrag zu klären sind.6 Das EU SME Centre ergänzt, der einbehaltene Betrag lasse sich in China im Allgemeinen nicht zurückholen, könne aber im Heimatland abzugsfähig sein.8
Auch die Zahlungstermine zählen. Die Mehrwertsteuerschuld entsteht bei Zahlungseingang, beim Erwerb eines Zahlungsanspruchs oder bei vorheriger Rechnungsstellung.4 Die Verordnung versteht unter diesem Anspruch den im schriftlichen Vertrag genannten Zahlungstermin, sonst die Fertigstellung.5 Die Einbehaltungspflicht entsteht am selben Tag.4
Anrechnung im Heimatland
Für deutsche Unternehmen regelt § 34c EStG, wie ausländische Steuern angerechnet oder abgezogen werden, und § 26 KStG verweist für körperschaftsteuerpflichtige Unternehmen wie GmbH und AG darauf.2324 Für die Anrechnung muss die ausländische Steuer der deutschen Einkommensteuer entsprechen, festgesetzt und gezahlt sein und in dem Staat erhoben werden, aus dem die Einkünfte stammen.23 Deshalb zählt der Nachweis, den Sie von Ihrem Kunden verlangen.
Ob in Deutschland erbrachte Arbeit in diesem Sinn als Einkunft aus China gilt, haben wir nicht geprüft. Das klärt Ihre Steuerberatung.
Besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), greifen die Absätze 1 bis 3 grundsätzlich nicht, und es kommt auf das Abkommen an.23 Das neue DBA zwischen Deutschland und China wurde am 28. März 2014 unterzeichnet.32 Rödl und China Briefing meldeten 2016, es werde zum 1. Januar 2017 in Kraft treten.2728 Laut IHK Pfalz gilt das deutsche Abkommen mit China nicht für Hongkong und Macau.26 Den Abkommenstext konnten wir nicht lesen, deshalb nennen wir hier weder Satz noch Wirkung für Ihre Dienstleistung.
Schicken Sie Personal nach China, kommt eine weitere Frage hinzu. Laut Rödl und China Briefing liegt die Schwelle für eine Dienstleistungsbetriebsstätte im neuen DBA bei 183 Tagen innerhalb von zwölf Monaten, zuvor bei sechs Monaten.2728 Rödl zählt dabei Tätigkeiten für dasselbe oder ein verbundenes Projekt und empfiehlt, Offshore-Leistungen davon abzugrenzen.29 Prüfen Sie Einsätze vor Ort also früh mit Ihrer Steuerberatung.
Für Österreich schreibt die WKO, die österreichischen DBA sähen für Dienstleistungen grundsätzlich keine Quellenbesteuerung vor, einige Staaten erfassten aber sogenannte „technical services“, was im Einzelfall zu prüfen sei.30 China nennt sie dabei nicht, leiten Sie daraus also nichts für Ihren Vertrag ab. Das DBA Österreich-China wurde geändert: Laut KPMG gelten die Änderungen für bestimmte Einkünfte ab dem 1. Januar 2025, und die fiktive Anrechnung chinesischer Quellensteuer auf Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren (Matching Credit) ist entfallen.31 Zu Dienstleistungen, die aus Österreich erbracht werden, haben wir dort nichts gelesen.
Für die Schweiz haben wir keine Quelle gelesen. Klären Sie die Anrechnung in Österreich und der Schweiz mit Ihrer Steuerberatung, und halten Sie die Belege Ihres Kunden bereit.
Kostenloser Check
Ist Ihre Website auf Baidu sichtbar?
Geben Sie Ihre Website ein. Wir prüfen Baidu, die Erreichbarkeit aus China und den Aufbau Ihrer Website und senden Ihnen den Bericht per E-Mail.
Anfrage erhalten
Wir senden Ihnen den Bericht per E-Mail.
Was tun, wenn ein Kunde ein Fapiao verlangt?
Antworten Sie schnell und ruhig. Eine klare Antwort beruhigt eine Finanzabteilung mehr als eine lange Erklärung.
- Fragen Sie, wofür das Fapiao gedacht ist. Für den Ausgabenabzug, den Vorsteuerabzug oder eine interne Vorgabe? Jeder Fall hat eine andere Antwort.
- Klären Sie, wer zahlt. Die Regeln oben betreffen einen Käufer in China, prüfen Sie also, welche Einheit unterschreibt und zahlt.
- Erklären Sie, was Sie ausstellen können. Sagen Sie, dass Sie ein ausländisches Unternehmen ohne chinesische Mehrwertsteuerregistrierung sind, und bieten Sie eine unterschriebene Rechnung, den Vertrag und auf Wunsch eine Abrechnung an.
- Verweisen Sie auf die Regeln. Geben Sie der Finanzabteilung die Fundstellen aus der Tabelle oben, damit ihre Beratung sie prüfen kann.
- Einigen Sie sich vor der Unterschrift über die Steuer. Legen Sie fest, wer welche Steuer trägt, und schreiben Sie es in den Vertrag.
- Prüfen Sie die Meldepflicht bei mehr als 50.000 USD. Liegt eine Zahlung über diesem Betrag, meldet Ihr Kunde dies vor der ersten Zahlung bei seiner Steuerbehörde, einmal pro Vertrag.1213
- Verlangen Sie den Nachweis. Laut Horizons muss der chinesische Zahler Ihnen die einbehaltene und abgeführte Steuer mitteilen, was eine Anrechnung im Heimatland stützen kann.10
- 1Vertrag legt fest, wer die Steuer trägt
- 2Ihre unterschriebene Rechnung
- 3Kunde meldet Zahlungen über 50.000 USD und behält ein
- 4Kunde zahlt die Steuer und erhält die Bescheinigung
- 5Sie erhalten die Zahlung und eine Kopie des Nachweises
Die Meldung ist Sache Ihres Kunden, kann Ihre Zahlung aber verzögern. Sie liefert eine Meldenummer und einen Prüfcode für die Bank.13 Festgestellte, nicht entrichtete Steuer können die Behörden anschließend einfordern.12
Auch deshalb wirkt ein Kunde manchmal vorsichtig. Ein Artikel von China Briefing aus dem Jahr 2017 sagt, dass sich die Steuerbehörde an den Kunden hält, wenn er nicht einbehält.19 Er fügt hinzu, dass die Durchsetzung nicht einheitlich ist.19
Was sollte auf Ihrer Rechnung stehen?
Eine offizielle Vorlage für die Rechnung eines ausländischen Verkäufers an einen chinesischen Kunden haben wir nicht gefunden. Die Bekanntmachung von 2026 nennt das Dokument, schreibt aber kein Format vor.21 Was folgt, ist also ein Vorschlag, keine gesetzliche Vorgabe.
Die einzige veröffentlichte Empfehlung, die wir gelesen haben, stammt von Harris Sliwoski aus dem Jahr 2017: eine schriftliche, unterschriebene und gestempelte Rechnung für jede Zahlung, die festhält, dass die Zahlung netto nach Steuern und Gebühren erfolgt.14
Diese Angaben erleichtern die Prüfung:
- Ihr vollständiger Firmenname, Ihre Anschrift und Registernummer
- Der exakte eingetragene Name des Kunden, auf Chinesisch und auf Englisch
- Die Steuernummer des Kunden, falls er sie Ihnen gibt
- Vertragsnummer und Vertragsdatum
- Eine klare Beschreibung der Leistung und des Zeitraums
- Betrag, Währung und Ihre Bankverbindung
- Ein Vermerk, dass dies kein chinesisches Fapiao ist
Ein Firmenstempel ist nicht in jedem Land üblich. Erwartet Ihr Kunde einen, lässt sich das vor der ersten Rechnung leicht vereinbaren.
Was, wenn der Kunde auf einem echten Fapiao besteht?
Dann muss das Fapiao von einer chinesischen Einheit kommen, die den Verkauf tatsächlich tätigt.
| Weg | Wer das Fapiao ausstellt | Was nötig ist |
|---|---|---|
| Grenzüberschreitend bleiben | Niemand, es bleibt bei Ihrer Rechnung | Die Finanzabteilung des Kunden akzeptiert den oben beschriebenen Weg |
| Über einen lokalen Wiederverkäufer verkaufen 18 | Der Wiederverkäufer, für seinen eigenen Verkauf | Ein echter Vertrag zwischen Wiederverkäufer und Kunde sowie eine Marge für den Wiederverkäufer |
| Eigene Einheit gründen | Ihre Einheit | Registrierung, Steuer- und Fapiao-Einrichtung, über mehrere Monate 17 |
Der Weg über einen Wiederverkäufer ist für Produkte gut dokumentiert. Harris Sliwoski beschreibt den unabhängigen Vertriebshändler als praktikabelsten Weg für viele kleine und mittlere Unternehmen.18 Bei Dienstleistungen klären Sie ihn zuerst mit einer Beratung.
Zum dritten Weg lesen Sie, ob Sie ein WFOE brauchen. Für eine einzelne Rechnung ist das ein großer Schritt.
Über 10.000 RMB reicht die Geldbuße von 50.000 bis 500.000 RMB, dazu kommt die Einziehung der Gewinne, und strafrechtliche Haftung ist möglich.1
Das Risiko liegt nicht nur bei Ihnen. Eine regelwidrige Rechnung taugt nicht als Ausgabenbeleg, und jeder darf sie zurückweisen.1
Eine chinesische Einheit mit echter Rolle im Geschäft ist etwas anderes als ein Händler, der nur Papier verkauft. Fragen Sie eine lokale Beratung, womit Sie es zu tun haben.
Für das Gesamtbild lesen Sie, wie Sie an chinesische Kunden verkaufen, ohne in China zu sein.
Wenn Sie nur eines mitnehmen
Ohne chinesische Einheit können Sie kein Fapiao ausstellen, versuchen Sie also nicht, eines nachzuahmen. Bieten Sie eine unterschriebene Rechnung an, verweisen Sie Ihren Kunden auf die Regeln für Einkäufe aus dem Ausland, und klären Sie vor der Unterschrift, wer die Steuer trägt.
Lassen Sie den ersten Vertrag steuerlich prüfen. Zahlungen von Privatkunden sind ein eigenes Thema, das wir unter Alipay und WeChat Pay akzeptieren behandeln.
Wie Index in China helfen kann
Wir übersetzen Ihre Website in vereinfachtes Chinesisch, ein Mensch prüft das Ergebnis, wir arbeiten an der Indexierung in chinesischen Suchmaschinen und senden Ihnen monatlich einen Bericht über den Traffic aus China. Rechnungen und Steuern für Ihre eigenen chinesischen Kunden bleiben bei Ihnen und Ihrer Steuerberatung. Unser Angebot.
30-Minuten-Gespräch buchenHäufige Fragen
Kann ein Fapiao auf Englisch ausgestellt werden?
Nicht allein auf Englisch. Die Invoice Measures verlangen, dass Fapiaos auf Chinesisch gedruckt werden, und erlauben Chinesisch plus eine Fremdsprache, wenn dafür ein praktischer Bedarf besteht. Das betrifft Fapiaos, nicht Ihre eigene Rechnung. Tut sich die Finanzabteilung Ihres Kunden mit einer englischen Rechnung schwer, hilft eine zweisprachige Fassung mit wenig Aufwand.
Kann meine Firma in Hongkong ein Fapiao ausstellen?
Nein. Ein Anbieterleitfaden zur Rechnungsstellung zwischen Hongkong und dem Festland vom März 2026 sagt, dass Unternehmen aus Hongkong keine Fapiaos ausstellen können und eine Hongkonger Rechnung kein Fapiao ersetzt. Wie ein Verkäufer aus Hongkong bei Mehrwert- oder Einkommensteuer behandelt wird, haben wir nicht gelesen. Fragen Sie daher Ihre Steuerberatung, bevor Sie sich auf eine Hongkonger Firma verlassen.
Warum wurden mir 10 % von der Zahlung abgezogen?
Gut möglich, dass Ihr Kunde Unternehmenseinkommensteuer einbehalten hat. Lassen Sie sich die Aufschlüsselung geben. Das EU SME Centre und Horizons Corporate Advisory nennen beide einen allgemeinen Satz von 10 %. Ob er für außerhalb Chinas erbrachte Arbeit gelten sollte, ist umstritten. Zeigen Sie Ihrer Steuerberatung deshalb den Vertrag und die Steuerunterlagen Ihres Kunden.
Sind Rechnungen bis 50.000 USD steuerfrei?
Gehen Sie nicht davon aus. Die Grenze entscheidet darüber, ob Ihr Kunde vor der Auslandszahlung eine Meldung abgeben muss. Dass sie die Steuer selbst aufhebt, haben wir nirgends gelesen, und die Behörden dürfen auf eine Zahlung entfallende, nicht entrichtete Steuer einfordern. Behandeln Sie sie als reine Meldegrenze, bis Ihre Steuerberatung etwas anderes sagt.
Muss ich eine chinesische Fassung meines Vertrags aufbewahren?
Für Ihre eigenen Unterlagen haben wir keine solche Regel gelesen. Bei Ihrem Kunden sieht es anders aus: Die Vorschriften von 2013 zu Auslandszahlungen verlangen bei der Meldung eine chinesische Übersetzung fremdsprachiger Verträge, und die Aufhebung von 2021 führte diesen Absatz nicht auf. Ein zweisprachiger Vertrag kostet wenig, sprechen Sie ihn deshalb früh an.
Quellen
- Measures for the Administration of Invoices (Rechnungsverordnung), Fassung 2023, veröffentlicht von der Steuerbehörde Jiangsu (auf Chinesisch)
- Stripe: China VAT guide (Leitfaden zur Mehrwertsteuer in China)
- Invoice Data Extraction: Hong Kong and China cross-border invoicing (Rechnungen zwischen Hongkong und China)
- Mehrwertsteuergesetz der Volksrepublik China, Datenbank der State Taxation Administration (auf Chinesisch)
- Durchführungsverordnung zum Mehrwertsteuergesetz, Dekret Nr. 826 des Staatsrats (auf Chinesisch)
- DLA Piper: Key changes in the new Implementation Regulations of the China VAT Law (Änderungen der neuen Durchführungsverordnung)
- State Taxation Administration, Bekanntmachung Nr. 28 von 2018, Artikel 11 (auf Chinesisch)
- EU SME Centre: Should I pay taxes in China if I sell services? (Muss ich beim Verkauf von Dienstleistungen in China Steuern zahlen?)
- Durchführungsverordnung zum Unternehmenseinkommensteuergesetz (auf Chinesisch)
- Horizons Corporate Advisory auf Legal 500: Cross-border withholding tax 101 (Grundlagen der grenzüberschreitenden Quellensteuer)
- Finanzministerium und State Taxation Administration, Bekanntmachung Nr. 28 von 2021 (auf Chinesisch)
- State Taxation Administration und SAFE, Bekanntmachung Nr. 40 von 2013 (auf Chinesisch)
- State Taxation Administration und SAFE, Bekanntmachung Nr. 19 von 2021 (auf Chinesisch)
- Harris Sliwoski: How to avoid the China VAT tax trap (So vermeiden Sie die Mehrwertsteuerfalle in China)
- State Taxation Administration, Bekanntmachung Nr. 11 von 2024 zum vollständig digitalisierten E-Fapiao (auf Chinesisch)
- Amazon Web Services China: Digitalized e-fapiao information guide (Leitfaden zum digitalisierten E-Fapiao)
- China Briefing: Setting up a WFOE in China (Gründung eines WFOE in China)
- Harris Sliwoski: Selling products in China (Produkte in China verkaufen)
- China Briefing: Withholding tax in China (Quellensteuer in China)
- KPMG: China Tax Alert, Januar 2026 (auf Chinesisch)
- Finanzministerium und State Taxation Administration, Bekanntmachung Nr. 13 von 2026 zum Vorsteuerabzug (auf Chinesisch)
- Vorläufige Mehrwertsteuerverordnung, Artikel 8, Fassung 2017 (auf Chinesisch)
- § 34c Einkommensteuergesetz (EStG), Gesetze im Internet
- § 26 Körperschaftsteuergesetz (KStG), Gesetze im Internet
- § 3a Umsatzsteuergesetz (UStG), Gesetze im Internet
- IHK Pfalz: Volksrepublik China, Steuern und Unternehmensbesteuerung
- Rödl: Neues DBA Deutschland-China
- China Briefing: Neues Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und China
- Rödl: Navigieren durch Chinas Steuersystem, Teil I, Dienstleistungsbetriebsstätte
- WKO: Quellensteuern im internationalen Steuerrecht
- KPMG Austria: Änderungen des DBA Österreich-China, Tax News 1/2025
- IWW, PIStB: BMF veröffentlicht das neue deutsch-chinesische Abkommen